Von Wartenberg nach Wittenberg

In der letzten Woche zog es viele Geschwister unserer Gemeinde an den Wirkungsort Martin Luthers. Neben Stadtrundgängen und kleinen Ausflugsmöglichkeiten lag jedoch der Fokus auf dem gepredigten Wort.

Die Hirtenkonferenz, zu der sich jährlich mehrere hundert Pastoren und Gemeindemitglieder versammeln, feierte dieses Jahr ein Jubiläum: 500 Jahre sind vergangen, seitdem Luther von Gott dazu gebraucht wurde, die 95 Thesen zu veröffentlichen (daher der diesjährige Name „Reformationskonferenz“). Er übersetzte nicht nur in schneller Arbeit das Neue Testament (keine 12 Wochen lang hatte er fleißig auf der Wartburg daran gearbeitet), sondern verfasste auch Streitschriften, die sich mit den von der römisch-katholischen Kirche verbreiteten Irrlehren auseinandersetzten.

Wir konnten nun viele Vorträge mit Themen rund um Gott, die Bibel, die Reformation und die verschiedensten Reformatoren (wie Martin Luther, John Knox, Ulrich Zwingli, Johannes Calvin, Jan Hus und Balthasar Hubmaier) hören und wurden dadurch erfrischt und ermutigt. Es gab auch einen Block von Seelsorge-Seminaren mit Dr. John Street, Dr. Bob Kellemen und Dr. Stuart Scott.

Am Anfang jeden Tages der Konferenz stand eins der 5 Soli, die die Inhalte der reformierten Lehre gut zusammenfassen. Über den jeweiligen Tag waren dann auch viele der weiteren Vorträge auf dieses Sola ausgerichtet.

Uns wurde bewusst, unter welchem Druck – ausgehend vom Staat und der mächtigen Kirche – Luther und seine Mitstreiter gestanden haben mussten. Und dennoch blieben diese Männer in all den Bedrängnissen und Todesgefahren standhaft und hielten sich zu unserem dreieinigen Gott und zu Seinem zuverlässigen Wort.

Durch sie (und ultimativ natürlich unserem Herrn) können wir heute von den Früchten der Reformation zehren und unter anderem in einer freien Gesellschaft leben, in der gewisse christliche Werte noch dazugehören.

Im Gegensatz zu anderen Regionen auf der Welt scheint in unserem Land eine Verfolgung von Christen noch weit entfernt – doch das heißt nicht, dass es immer so bleiben wird.

Die vergangene Reformationskonferenz war eine gute Erinnerung daran, dass Religionsfreiheit, wie wir sie aktuell genießen, keine Selbstverständlichkeit ist. Vielmehr sollten wir diese Zeit gut nutzen, um Gott und Sein Wort bekannt zu machen und durch ein gutes Zeugnis als Licht in dieser dunklen Welt zu leuchten.