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Seite 1 von 5 Kapitel 2 – Er hört die Bitten, lenkt die Schritte, und schickt den Hirten nun auch Dritte„So haben wir angefangen. Aus einem schmerzhaften Grund hat alles begonnen, und es hat uns alle echt umgehauen und wirklich wehgetan“, nimmt Cary Bezug auf die Zeit bis zum ersten Treffen der Bibelgemeinde, „aber aus so etwas Schlimmen entstand etwas so Wunderbares!“ Ein Tag nach dem ersten gemeinsamen Gottesdienst, am 25. März 2002, gründeten Christian, Dieter und Cary den Bibelgemeinde Berlin e. V. Als eingetragener Verein konnte man rechtlichen Schutz in Anspruch und die Haftung von den Schultern der Privatpersonen nehmen, sowie steuerliche Vergünstigungen bekommen. Solche organisatorischen Dinge gingen in diesen ersten Tagen erstaunlich schnell. Kristjana erklärt dies folgendermaßen: „Wir haben nach der Trennung nicht groß überlegen müssen, sondern einfach weitergemacht. Wir waren schon ein festes Team. Auch beispielsweise, wie die Gemeinde heißen sollte, oder wie wir die Website nennen, war keine große Frage. Das ging alles Schlag auf Schlag!“ Das Wohnzimmer von Familie Green war dagegen nur eine Übergangslösung und obwohl es einige Wochen gute Dienste leistete mussten neue Räumlichkeiten her – wollte man doch die Menschen in der Hauptstadt mit dem Evangelium erreichen und auch zur Gemeinde einladen können. Von der folgenden Suche erzählt Dieter: „Im Frühling 2002 haben wir uns bei Greens getroffen, aber da waren ja noch keine Geschwister bei uns, denen wir dienen konnten. Also haben wir uns darauf konzentriert, verschiedene Gemeinden in Berlin anzuschauen.“ Das Ziel war, zu erkennen, wo es bereits ein klares Zeugnis des Evangeliums gibt, und wo das nicht der Fall ist. So war es erforderlich, jegliche Gemeinden ausfindig zu machen und diese dann auf ihr Bekenntnis, ihre Struktur und ihre Verkündigung zu überprüfen. Dazu wurden die Treffen bei Greens schon bald wieder ausgesetzt, weil die Ältesten der Bibelgemeinde Sonntag für Sonntag die Gemeinden der Umgebung besuchten. Schließlich war dies die Grundlage für die letztendliche Wahl des Versammlungsortes, wie Kristjana Einblick gewährt: „Deshalb konnten wir dann auch beurteilen, dass es gut ist, in diesem Umfeld eine Gemeinde zu gründen, und dass wir damit niemandes Dienst verkennen.“ Von welchem Ort Dieters Frau gesprochen hat? Dazu braucht es noch ein wenig Geduld. Trotz aller Neuerungen und Ungewissheiten ging während dieser Zeit die Arbeit des EBTC weiter: Die Studenten des ersten EBTC-Jahrgangs kamen zu den weiteren Wochenend-Treffen nach Berlin, um unter nun etwas schwierigeren Umständen im Wohnzimmer der Greens unterrichtet zu werden. Kristjana erinnert sich aber, dass ihr Kommen für die junge Gemeinde ein großer Segen war: „Auch die EBTC-Studenten kamen ins Wohnzimmer und das hat uns irgendwie ermutigt, dass sie bei uns geblieben sind und auch die Trennung total verstanden und uns gestärkt haben.“ Und noch jemand kam schon während der Suche nach einem geeigneten Versammlungsort zur Bibelgemeinde: Sheryl Andresens Vater Don Kinzel, der auf diesem Wege noch die Wohnzimmergottesdienste kennen lernte. Auch Christian Andresens Eltern, Walter und Gunnel Andresen, lebten in Berlin. Sie schlossen sich allerdings erst im Herbst der BiGeBe an, nachdem sie ihren Wohnort von Südberlin in die Nähe der neuen Gemeinde verlegt hatten. Über sie bestand außerdem der Kontakt zu Reinhard und Karin Wiese, mit denen man im Übrigen schon gemeinsam die Gemeinde im Prenzlauer Berg besucht hatte. Obwohl das Ehepaar Wiese ebenfalls erst Ende des Jahres in die Gottesdienste der Bibelgemeinde kam, leisteten sie den Geschwistern schon lange vorher einen großen Dienst: Für die letzten Unterrichtswochenenden des EBTC-Jahrgangs 2001/02 stellten sie ihr Büro in der Lindenberger Straße zur Verfügung. Eine folgenschwere Entscheidung… Neben den Besuchen in verschiedenen Gemeinden hielten die Bibelgemeindler auch schon die Augen offen, wo geeignete Gemeinderäumlichkeiten zu finden seien. In diese Phase nun fiel der Unterricht in besagtem Büro im Frühjahr 2002, in dem an jenen EBTC-Wochenenden dann auch gleich die sonntäglichen Gottesdienste stattfanden. Dieter berichtet von Gottes Führung der jungen Gemeinde: „Wir haben uns ein paar Mal bei Wieses im Büro getroffen. Dieses befand sich über dem Italiener gegenüber von der Dorfstraße in Wartenberg. Dort haben wir aus dem Fenster geschaut und interessante Räumlichkeiten über dem Reifenhaus gesehen.“ Die Ältesten der Gemeinde erkundigten sich auch sogleich nach den Räumlichkeiten und untersuchten verstärkt das Umfeld dieses Gebäudes im Berliner Ortsteil Wartenberg (Bezirk Lichtenberg, im Nordosten Berlins). Für diesen Ort sprachen vor allem die vielen zu erreichenden Menschen in der unmittelbaren Umgebung und besonders im Neubaugebiet Wartenberg, das zum benachbarten Ortsteil Neu-Hohenschönhausen gehört. Außerdem mangelte es dort – wie an so vielen Orten Berlins – an biblischer Verkündigung, sodass sich die drei Männer nach eingehender Prüfung tatsächlich für besagte Räumlichkeiten in der Dorfstraße 7a entschieden, wie Cary zusammenfasst: „Wir haben viel gebetet: ‚Herr, zeig uns einen Ort wo es keine biblische Gemeinde, aber viele, viele Menschen gibt’… und dann hat der Herr uns nach Hohenschönhausen-Wartenberg geführt.“ Während im Erdgeschoss ein Reifenhändler eine Niederlassung hatte, konnte die Bibelgemeinde darüber eine ganze Reihe von Büros und das dortige Dachgeschoss mieten. Cary fährt fort: „Das war für eine kleine Gemeinde eigentlich perfekt. Und auch für das EBTC.“ Nach der langen und intensiven Suche durfte die Gemeinde schließlich ab dem 13. August in die Räumlichkeiten in der Dorfstraße. Lange Zeit für Vorbereitungen wurde nicht gebraucht, sodass bereits fünf Tage später der erste Gottesdienst gefeiert werden konnte. Am 6. Oktober veranstaltete die BiGeBe schließlich eine richtige Einweihungsfeier ihres neuen Zuhauses im Ortskern Wartenbergs. Nachdem die Geschwister der Bibelgemeinde in den vergangenen Wochen und Monaten mehrfach ihre Flexibilität unter Beweis stellen mussten, hatten sie nun endlich eine Bleibe gefunden, mit der dann auch mehr Ruhe und Regelmäßigkeit einkehren sollten.
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