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Page 1 of 7 Missionsdienst hier in Ostberlin heißt Gott muss blinde Sünder zieh’n
In den ersten Monaten nach Gründung der Bibelgemeinde fanden also einige, die bereits Christus angehörten, in der BiGeBe ihre geistliche Heimat und schlossen sich den Geschwistern in Berlin an, um dort anzubeten, zu lernen und zu dienen. Die mit der Gemeindegründungsarbeit betrauten Ältesten durften sich daran erfreuen, immer mehr Menschen das Wort Gottes zu predigen und ihnen dadurch und durch ihren Hirtendienst zum Segen zu werden. Gleichermaßen freuten sich Christian, Cary und Dieter an der tatkräftigen Unterstützung durch viele der neu hinzugekommenen Gemeindeglieder. Nun war es ja das Ziel des Gemeindebaus in Berlin-Hohenschönhausen, nicht nur eine Versammlung der Heiligen zu sein, sondern auch die zahlreichen Menschen mit dem Evangelium zu erreichen, die im Umfeld der Bibelgemeinde zuhause waren. Dass die Bemühungen gesegnet wurden, ist einmal mehr dem Rettergott zu verdanken, der reichlich Seine Gnade ausgoss: So brachte das Jahr 2004 verstärkt solche in die BiGeBe, die lange Zeit ohne Gott lebten, bis es Ihm gefiel, sie zu sich zu ziehen. Zunächst war da Ursula Asare. Durch ihre katholische Erziehung war ihr die Bibel bereits in der Kindheit vertraut. Doch als sie sich mehr und mehr von geistlichen Dingen entfernt hatte und ihre erste Ehe in die Brüche gegangen war, stand sie Gott zwischenzeitlich sehr fern. Dies sollte sich erst ändern, als sie ihren späteren Mann Rubin kennen und lieben lernte: Er hat sie immer wieder ermutigt, die Bibel zu lesen, Gottesdienste zu besuchen und sich einer Gemeinde anzuschließen. Und tatsächlich folgte Ursula dem Rat ihres gläubigen Mannes nach und nach, indem sie in der Bibel las, viele Fragen stellte und sich Predigten im Fernsehen anhörte. Aber einer Gemeinde wollte sie sich nicht anschließen: „Rubins Gemeinde hat mich nicht so angesprochen. Auch im Fernsehen hatte ich schon charismatische Gemeinden gesehen und dort hat es mich abgeschreckt, wenn die komisch gelacht haben und umgefallen sind“ gibt Ursula Einblick in ihre Eindrücke und der Entscheidung gegen die Gemeinde ihres Mannes. Dieser „akzeptierte meine Entscheidung, wollte aber, dass ich wenigstens in eine andere Gemeinde gehe“ fährt Ursula in ihrer Erzählung fort, was sich aber als gar nicht so einfach darstellte: In ihrer Umgebung wusste sie von keiner bibeltreuen Gemeinde, und sonntagmorgens früh weite Strecken zu fahren, war ihr dann doch zu viel... „Kurz vor Ostern bin ich aber mit Rubin zum Film ‚Die Passion Christi’ gegangen. Vor dem Kino standen Dieter und Cary und verteilten Prospekte von ihrer Gemeinde. Mit denen sprachen wir dann auch und ich merkte ‚Wow – das ist ja ganz nah bei mir. Dahin schaffe ich es auch sonntagmorgens’“, erinnert sich Ursula noch an die erste Begegnung mit Leuten von der BiGeBe, bevor sie auch von ihrem ersten Besuch in dieser Gemeinde berichtet: „Ich bin dann zur Gemeinde gegangen und fühlte mich von Anfang an zugehörig! Ich fühlte mich überhaupt nicht als die Neue, als Fremde, als Außenseiterin. Es war so, als käme ich in eine Familie und gehörte direkt dazu. Dieses will ich auch gerne weitergeben, dass das etwas Wunderbares ist und mich sehr beeindruckt hat! In der Kirche war immer alles so auf Distanz und es gab höchstens mal kleine Grüppchen. Dabei merke ich heute, dass so viel mehr dazu gehört und es nicht nur reicht, sonntagmorgens zum Gottesdienst zu gehen. Ich finde es auch gut, dass die Pastoren nie auf einer höheren Stufe standen. Als Kind dachte ich immer ‚Oh, ein Pastor. Das ist so etwas Erhabenes.’ Aber das ist hier nicht so: Wir sind wirklich Geschwister! Auch geht das mit jedem: Ich habe das Gefühl, dass jeder für einen da ist – man kann einfach anrufen und reden.“ Auch ihr Mann Rubin war mit der Gemeindewahl seiner Frau zufrieden, nachdem er sich persönlich davon überzeugt hatte, dass dort die Bibel gelehrt und gelebt wird. Wie seine Ehefrau bedauerte er, nicht gemeinsam mit ihr in eine Gemeinde zu gehen, sah aber mit Freuden, wie Ursula seitdem regelmäßig in diese Versammlung von Gläubigen ging – und das nicht nur zu den Gottesdiensten, sondern auch zu den Bibelstunden, weil sie nach eigener Aussage gerade im Bereich der Belehrung „viel Nachholbedarf hatte“: „Als ich dann auch hier in der Gemeinde war, hat es noch einige Zeit gedauert, bis ich wusste, dass ich errettet bin. Bei mir war noch viel das Denken aus der Kindheit drin, dass man Werke tun müsse. Gerade deshalb war mir die Bibelstunde sehr wichtig und hilfreich: Wir brauchen das wirklich als Christen... Ich merke auch, dass ich ohne Gemeinde nicht dahin gekommen wäre!“
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