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7. Kapitel
Ein Hirte in spe - Teil 1
Vier Diener in praxis
Ein ertragreicher Sommer - Teil 1
Ein ertragreicher Sommer - Teil 2
Ein Hirte in spe - Teil 2
Ein Ehepaar in spe
Eine Verkündigung in praxis
Ein ertragreicher Sommer - Teil 3
Ein Ehepaar in praxis
Viele Hirten in spe
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Kapitel 7 – Der Oberhirte wählt sich Leiter und führt so Seine Schafe weiter

Zur Zeit der deutschen Wiedervereinigung haben wir unsere Erzählung begonnen. Der Friede, der zum Ende eines von Auseinandersetzungen, Kriegen und Zerstörung geprägten Jahrhunderts in diesem Land und insbesondere auch in der Hauptstadt Berlin einkehrte, ist auch für die Arbeit der Bibelgemeinde in jener Stadt ein großer Segen. Durch die Bibel wissen wir, dass dieser Friede aber auf einem wackligen Fundament steht, weil der Mensch von Grund auf verdorben und hilflos in seinen Sünden ist und in den letzten Zeiten immer liebloser, unversöhnlicher, verleumderischer, grausamer verräterischer, unbesonnener und aufgeblasener wird[1]. Dennoch dürfen wir uns an der Gnade unseres Gottes freuen, der Christen als Lichter und Salzstreuer in dieser Welt gebraucht[2], um als Lichter Gottes Evangelium in die dunkle Welt zu tragen, und als Salz das Böse in dieser Welt einzudämmen und die Welt in einem gewissen Sinne zu erhalten. Zu diesem Zweck schickt Gott Seine Kinder an allerlei Orte, um diese Zwecke zu erfüllen, für die Er sie noch in der Welt lässt.

Sechs Wochen nach der Wiedervereinigung schloss Deutschland einen Vertrag mit seinem polnischen Nachbarn ab, in dem die teilweise noch umstrittene deutsch-polnische Grenze ausdrücklich bestätigt wurde und damit die Grundlage für ein friedliches Zusammenleben der beiden Staaten geschaffen wurde. Weitere acht Monate später baute ein weiterer Vertrag „über gute Nachbarschaft und freundliche Zusammenarbeit“ darauf auf.

Siebzehn Jahre später reiste eine Abordnung aus Deutschland nach Polen, aus Berlin nach Warschau. Diese „Abordnung“ bestand aus einigen Männern der Bibelgemeinde und hatte zugegebenermaßen weniger mit diplomatischen Beziehungen als vielmehr mit geschwisterlichen Beziehungen zu tun – nichtsdestotrotz erfreute sie sich aber an den guten Beziehungen, die mittlerweile zwischen den beiden einst verfeindeten Nationen bestanden. Eine besonders gute Beziehung bestand indes zu einem von ihnen, Janek Pazio. Selbst gebürtig aus Polen, hatte Janek von 1999-2003 ebenfalls vier Jahre am Master’s Seminary in Los Angeles studiert. 2003 kam er – in Begleitung seiner Familie – über Christian Andresen nach Berlin und dort in Kontakt mit der Bibelgemeinde. Nach Prüfung seines vorbildlichen Charakters und seiner Festigkeit im Worte Gottes, setzten die Ältesten der BiGeBe ihn nach einiger Zeit als Hirten der Gemeinde Christi ein, ehe er weiter nach Polen reiste,  um eben dort im Gemeindebau tätig zu sein. Nun, im Januar 2008 war es soweit: In Grodzisk Mazowiecki, südwestlich von Warschau, entstand eine neue Gemeinde – und auch einige Männer aus der Bibelgemeinde waren bei der ersten Versammlung der polnischen Geschwister dabei. Mit diesem Besuch wurde der Grundstein für eine enge Beziehung der beiden Gemeinden gelegt, die sich seitdem über ihre jeweiligen Dienstfelder auf dem Laufenden hielten und einander im Gebet unterstützten.

Für die BiGeBe-Männer war es im Übrigen nicht der erste Ausflug: In 2006 und 2007 waren sie jeweils in der Adventszeit mit Carys großem Familienbus für einen Tag auf den Weihnachtsmarkt nach Seiffen (im Erzgebirge) bzw. Hamburg gefahren und konnten sich über gute Gelegenheiten für tiefere Gespräche sowie eine Stärkung der Gemeinschaft freuen.